Architecture | sieger design

Stille Orte

sieger design realisiert die Architekturvision „Personal Sensory Spaces“ für ein deutsches Industrieunternehmen

Die meisten Menschen nutzen sie regelmäßig auf der Arbeit oder unterwegs: halböffentliche WCs. Nur selten zählen sie zu den angenehmen Erfahrungen. Insbesondere betriebliche Sanitärräume bieten häufig kaum Ambiente und dafür viel Potenzial. Dass dies anders sein kann, zeigt das kompakte visionäre Konzept „Personal Sensory Spaces“ von sieger design. 2021 realisiert die Agentur ihre zwei Jahre zuvor veröffentlichte Architekturstudie für ein deutsches Industrieunternehmen. Hier entstehen, neben weiteren Objekten, 41 WC-Einheiten und drei Urinal-Anlagen in einem mehrstöckigen Bürogebäude und nahegelegenem Ankerbau.

Weitere Informationen auf unserer PSS™ Microsite
www.personal-sensory-spaces.com

Unternehmen müssen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern heute mehr als einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz und ein tägliches Obstangebot bieten. Gerade in Betrieben mit offenen Bürolandschaften und hoher Dynamik ist es unerlässlich, über ausgleichende Ruheoptionen nachzudenken. Das Architekturkonzept von sieger design soll allen Beschäftigten Momente der Privatheit ermöglichen: ein Zeichen der Wertschätzung und gleichzeitig lohnendes Invest in den Menschen, der in den Fokus rückt. Damit verfolgt die Agentur nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel, ein neues Verständnis vom halböffentlichen WC in Unternehmen und darüber hinaus.

Personal Sensory Spaces (PSS™) tauscht den heutigen Standard aneinandergereihter WC-Kabinen und eines offenen Waschplatzes, den mehrere Menschen gleichzeitig nutzen, gegen schallgedämmte Raumeinheiten mit WC und eigenem Waschtisch. Die Anzahl der WCs bleibt dabei ohne Erweiterung der Fläche erhalten. So entstehen autarke Ruheplätze, Intimität und Stille. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können diese zur kurzen Entspannung und für persönliche Rituale aufsuchen, sei es die körperliche Reinigung nach der Anfahrt mit dem Fahrrad, das Auffrischen des Make-ups oder die diskrete Einnahme von Medikamenten.

Genau diese vordefinierten Ruheräume hat sieger design nun für ein deutsches Industrieunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Vervoorts & Schindler realisiert. Den Startpunkt setzten fünf voll ausgestattete WC-Einheiten in einem Ankerbau, der das Produktionswerk mit einem Gästehaus verbindet. Die neuen halböffentlichen WCs im Empfangsbereich vermitteln den Besucherinnen und Besuchern nach einer teils langen Anreise das Gefühl des Angekommenseins. Sie sind Pilot für die 36 weiteren Einheiten, die auf drei Etagen des nahegelegenen Bürogebäudes realisiert werden.

In beiden Objekten wird die einstige Vision von 2019 nahezu 1:1 umgesetzt. Wandgroße Bildmotive, die von modernen LEDs gleichmäßig hinterleuchtet werden, bringen die Natur in den Raum und erzeugen so das Gefühl, aus dem Fenster zu schauen. Weitere multisensorische Ausstattungsoptionen durch Licht, Musik und Duft können integriert werden.

Der Waschplatz bietet Großzügigkeit auf kleinstem Raum. Becken, Waschtischabdeckung und Splashback sind aus glasiertem Stahl als eine fugenlose Komponente gefertigt. Im Rahmen des Projektes entwarf sieger design einen neuen Zupftuchspender, der zum Patent angemeldet wurde. Papierhandtuchabwurf und Utensilien wie WC-Ersatzrollen, Hygienebeutelspender und WC-Bürste sind kompakt in der Waschplatz-Unit integriert und verschwinden so aus dem Sichtfeld der Nutzer. Frische temperierte Luft, die für ein gesundes Raumklima in innenliegenden WCs unerlässlich ist, wird über den Sockelbereich zugeführt und über die umlaufende Schattenfuge an der Decke abgesaugt.

„Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein Projekt realisiert wird – sei es ein neues Produkt, das man erstmals in seinen Händen hält, oder eine finale Architektur, die man betreten und persönlich erleben kann. Darauf sind wir natürlich stolz, aber es braucht auch immer die richtigen Partner. In diesem Fall einen Unternehmer, der die Bereitschaft und Offenheit hat, seinen Beschäftigten und Gästen ein Stück Privatheit in einem halböffentlichen Umfeld zu bieten“, so Michael Sieger.

Die erste maßgeschneiderte Realisierung von sieger design zeigt, wie die Architekturstudie kundenspezifisch adaptiert werden kann. Ein großer Vorteil, gerade im Sanitärbereich, in dem viele Anforderungen zusammenkommen. „Da hier verschiedene Gewerke aufeinandertreffen, ist die Gestaltung in der Regel besonders komplex. Daher glauben wir auch, dass vordefinierte Konzepte und vorgefertigte Bäder die Zukunft sein werden“, so Michael Sieger.

PSS™ lässt sich in Neubauten wie in bestehenden Objekten realisieren. Je nach Einsatzort, stilistischen Vorgaben und gewünschtem Ausstattungsgrad passt sieger design das modulare Konzept individuell an. „Es eignet sich daher nicht nur für Industrieunternehmen, sondern ebenso für Hotels, Restaurants und Betreibergesellschaften“, ergänzt Christian Sieger.

Projektübersicht
Halböffentliche WC-Anlagen in einem Bürogebäude und Ankerbau
Bauherr: Brillux GmbH & Co. KG
Baujahre: 2020-2021
Konzeption, Design und Realisierung: sieger design GmbH & Co. KG
Beteiligtes Architekturbüro: Vervoorts & Schindler Architekten BDA, Bochum

Eingesetzte Produkte (Auszug)
Becken von Alape (Sonderanfertigung)
Armatur Meta.02 und Accessoires von Dornbracht
Wand-WC Happy D.2 von Duravit
Hinterleuchtetes Rahmensystem mit Textildruck, CCS digital_fabric GmbH

Architekturstudie Personal Sensory Spaces

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