Design | Dornbracht

The electronic kitchen

Pilotstudie zur Prozessoptimierung mit elektronischen Technologien in der Küche

Die Küche ist neben dem Bad der zentrale Lebensbereich, um den sich alle anderen Raumfunktionen in zunehmender Offenheit ordnen. sieger design und Dornbracht haben Anknüpfungspunkte gesehen, um eine innovative Entwicklung und Logik von dem einen Bereich auf den anderen zu übertragen. Nach ATT für die Dusche präsentierten die Unternehmen im Januar 2011 auf der Living Kitchen eine Studie, die elektronische Technologien in die Arbeitsbereiche der Küche konzeptionell integriert.

Dass die Technologie unsere Gesellschaftsformen prägt, ist heute unbestritten. Dass sie die Küchenkultur und den Haushalt beeinflusst, auch. Doch hier ist längst nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft, wie Dornbracht und sieger design in ihrer Produktstudie belegen. Gemeinsam haben sie zwei Anordnungen entwickelt, die auf elektronischer Technologie basieren und über ein zentrales Bedienelement gesteuert werden. Berücksichtigt wurden in diesem ersten Schritt die Zonen Preparing und Cleaning, die bereits im Konzept der Water Zones erarbeitet wurden. Technische Grundlage des Piloten sind Komponenten des Armaturensystems Ambiance Tuning Technique (ATT), das 2010 mit vorprogrammierten Szenarien das Duscherlebnis revolutioniert hat. Die Studie setzt sich mit der Fragestellung auseinander, ob sinnvolle, prozessunterstützende Momente mit dieser Technologie zu erzielen sind.

„Technologie darf kein Selbstzweck sein, es gilt echte Mehrwerte für die Küchenprozesse zu generieren“, meint der Designer Michael Sieger. Im Vordergrund der Überlegungen stand die Frage, welche Abläufe sich eignen, um Komplexität zu reduzieren und Komfort sowie Funktionalität zu erhöhen. Mit dem neuen Konzept lassen sich die Grundfunktionen wie der Volumenstrom und die Wassertemperatur zentral über das wandmontierte eTool bedienen. Gleiches gilt für die Nebenfunktionen wie das Abflussventil, den Spülmittelspender und den Wasserfilter. Da im Umgang mit Lebensmitteln die Qualität des Wassers besonders wichtig ist, wurde dieser Filter speziell in die Zone Preparing integriert. Das eTool signalisiert mit einer grünen Lichtaura die beste Beschaffenheit und weist mit der gelben Farbe auf einen notwendigen Filterkartuschen-Wechsel hin. In der Cleaning Anwendung wird darüber hinaus die vollautomatische, komfortable Beckenbefüllung möglich. Mit einer Tastenbetätigung schließt zunächst der Ventilkegel, dann wird das Becken in definierter Wassertemperatur und -menge mit einer gezielten, auf das Minimum reduzierten Dosierung von Spülmittel gefüllt, so dass der gesamte Prozess nicht mehr kontrolliert werden muss. Ein besonderes Highlight in beiden Anwendungen ist die berührungslose Auslösung der Wasserdarreichung. Möglich macht dies ein Sensor, der in den Sockelbereich des Küchenmöbels integriert ist und mit dem Fuß aktiviert wird.

Das zukunftsorientierte Projekt wird von Dornbracht und sieger design weitergeführt. Ausgangspunkt der formalen Gestaltung bleibt weiterhin die genaue Untersuchung der Prozesse. Wie bei anderen Produkten des alltäglichen Lebens – dem Telefon oder TV-Bildschirm – wird auch die Fortentwicklung dieses Bereiches abhängig von den Mehrwerten und Antriebsfedern Komfort, Funktionalität und Prozessoptimierung sein.

Picture Copyright: Dornbracht
Photography: stills CHBP
Communication Concept, Creation and Architecture for Dornbracht: Meiré und Meiré